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Zahlen und Fakten

Zur Baumaßnahme und zum Gebäude

Von der Idee zur Verwirklichung

Seit dem Jahr 1991 gab es die Idee, in dem Gebäude der ehemaligen Herzoglich-sächsichen Beschussanstalt Zella-Mehlis ein Stadtmuseum einzurichten. Der Gedanke in dieses herausragende Baudenkmal der Stadt Zella-Mehlis eine museale Nutzung einzubringen, war naheliegend und logisch. Könnte doch so sowohl das denkmalgeschützte Gebäude einer sinnvollen Nutzung zugeführt werden und gleichzeitig der permanente Platzmangel im vorhandenen Museum verringert werden. Auch ist die ehemalige Beschussanstalt der beste bauliche Zeuge der weit zurückreichenden Geschichte der Waffenfertigung in Zella und Mehlis. Was lag also näher, als in dieses Zella-Mehliser Industriegeschichte verkörperndes Baudenkmal ein diese Industriegeschichte darstellendes, technikorientiertes Museum zu integrieren.

Doch wesentliche Faktoren sprachen gegen einen solchen Schritt. Zum einen gab es Rückübertragungsansprüche, welchen auch stattgegeben wurde und die das Objekt in Privathand führten. Noch schwer wiegender jedoch war der bauliche Zustand und die erkennbar hohen Aufwendungen und Kosten einer baulichen Sanierung. Dies machte die Entscheidung für einen Erwerb, die Sanierung und die Einrichtung eines Museums sehr schwer, ja fast unmöglich.

Glücklicherweise gab es viele Menschen in der Stadt, die sich durch diese Schwierigkeiten und die scheinbare Unwirtschaftlichkeit dieser Idee nicht abschrecken ließen und das Ziel des Museums in der Beschussanstalt weiter verfolgten. Zu diesem Personenkreis gehörten viele geschichtsinteressierte Bürger der Stadt, die kulturverantwortlichen der Stadtverwaltung, die Mitglieder des Geschichts- und Museumsvereins, einige Stadträte und vor allem auch der Bürgermeister unserer Stadt, Herr Panse. Obwohl die genannten Probleme sich nicht verringerten, führte dies dazu, dass im Jahre 1997 durch den Bürgermeister und die Stadträte die mutige und weitsichtige Entscheidung für den Ankauf, die Sanierung und den Umbau der Beschussanstalt zum künftigen Museum getroffen wurde. Schon jetzt zeigt sich, dass diese Entscheidung ein großer Gewinn für das Stadtbild und die Attraktivität der Stadt ist. Nachfolgende Zahlen zeigen aber auch, dass diese Entscheidung auch wirtschaftlich ein Gewinn für einheimische Handwerker und die Stadt Zella-Mehlis ist.

Kosten, Finanzierung, Wirtschaftlichkeit

Die Baumaßnahmen an der Beschussanstalt wurden 1998 begonnen und werden im Herbst 2001 beendet. Insgesamt investiert die Stadt Zella-Mehlis als Eigentümer und Bauherr in die Bauleistungen und Baunebenleistungen ca. 4.000.000,00 DM (in Worten Viermillionen).
An der Sanierung und dem Umbau haben bisher 39 Bauunternehmen, Handwerker, Restauratoren und Planungsbüros gearbeitet. Davon kommen 10 Firmen aus Zella-Mehlis und weitere 21 Betriebe aus Südthüringen. Nur zwei der ausführenden Unternehmen haben Ihren Sitz nicht im Freistaat Thüringen. Somit bleibt der überwiegende Teil des investierten Geldes in unserer Stadt und Ihrer Umgebung.

Die Investition der Stadt Zella-Mehlis in diese Baumaßnahme wird von verschiedenen Einrichtungen und Institutionen gefördert. Diese Förderung macht einen erheblichen Teil der Gesamtinvestitionssumme aus. Die Förderungen setzen sich wie folgt zusammen:

Städtebaufördermittel der Bundesrepublik Deutschland und des Landes Thüringen zur Stadtsanierung:

  • Planung 144.300,00 DM
  • Altlastenbeseitigung 265.200,00 DM
  • Bautechnische Sanierung 1.617.600,00 DM

Mittel der Bundesanstalt für Arbeit über Vergabe-ABM:

  • Baumeisterleistungen 264.650,00 DM
  • Außenanlagen 85.108,00 DM

Landkreis Schmalkalden-Meiningen aus Klinikverkauf:

  • Sanierung 1.032.400,00 DM

Thüringer Landesamt für Denkmalpflege:

  • Restaurierung Abluftschornstein Kuppelbau und Innentür 40.000,00 DM

Deutsche Stiftung Denkmalschutz:

  • Restaurierung Risalit und Innendecke 40.000,00 DM

Summe der Fördermittel 3.404.150,00 DM

Zur Bausanierung

Beseitigung von Altlasten

Während der industriellen Nutzung der Gebäude von 1940 bis 1990 fand eine sehr starke Verschmutzung von Innen- und Außenbereichen mit Ölen und Schmierstoffen statt. Zu Beginn der Sanierungsarbeiten mussten die betroffenen Bauteile und Bereiche dekontaminiert werden.
Dabei wurden entsorgt:

  • 563 Tonnen verölte Bauteile aus Beton- und Mauerwerk
  • 9.000 Liter Öle und Ölschlämme
  • 2.300 Tonnen ölverseuchtes Erdreich

Abbruch, Entrümpelung und Beräumung

Verschiedenste Ursachen erforderten Abbruch- und Beräumungsarbeiten großen Umfangs. Durch die Nutzung als Industriebetrieb erfolgte eine Vielzahl von Um- und Einbauten, es wurden Anbauten neu geschaffen und Teile der historischen Bausubstanz abgebrochen. Nachdem die Gebäude seit 1990 leer standen, wurden sie bis zur Sicherung im Jahre 1997 wiederholt von randalierenden nächtlichen Besuchern heimgesucht, welche Müll und zerstörte Einrichtungen hinterließen. Viele Bauteile waren nicht mehr gebrauchs- und sanierungsfähig. Auch die neue Nutzung als Museum machte einige Veränderungen im Gebäude notwendig.
Es erfolgte unter anderem:

  • Abbruch von 3 Garagen, einem Nebengebäude, zwei Anbauten, einer Laderampe und einer Kranbahn, insgesamt ca. 405 m³ Bauwerke
  • Beräumung von ca. 200 m³ Schutt, Müll, Materialresten
  • Abbruch und Entsorgung von ca. 1.300 m² Verkleidungen, Decken, Täfelungen
  • Abbruch von ca. 980 m² Fachwerkwänden und -decken
  • Abbruch von 15 Schornsteinen
  • Demontage von ca. 380 m Rohrleitungen und Kanälen
  • Entfernen von 112 Fenstern und Innentüren
  • Abbruch von 23 m³ Dachstuhl (zum Vergleich: Dachstuhl eines Einfamilienhaus hat ca. 5-7m³ Holz)

Austausch von Fachwerkbalken

Zu Beginn der Sanierungsarbeiten zwar nicht sichtbar, aber trotzdem nicht überraschend wurde Hausschwamm im Gebäude vorgefunden. Deshalb waren folgende Leistungen erforderlich:

  • Austausch von ca. 180 m Fachwerkhölzern verschiedenster Dimensionierungen
  • Holzschutz durch Holzinjektage auf 220 m² Fläche
  • Holzschutz durch Spritzverfahren von ca. 815 m² Holzoberfläche

Neubau und Wiederherstellung

Der Ersatz von nicht sanierungsfähigen Bauteilen, die Wiederherstellung der ursprünglichen, historischen Gebäudesubstanz und die künftige Nutzung als Museum erforderten eine Vielzahl von Bauleistungen. Zum Ermessen der Größenordnung sind hier nur einige der wesentlichen Leistungen aufgeführt:

  • Errichtung eines neuen Dachstuhls mit 22 m³ Holz
  • Eindeckung der Dachflächen 165 m² Tonziegel, 280 m² Schieferdeckung und 586 m² Titanzink-Doppelstehfalz
  • Herstellen von ca. 280 m² Mauerwerkstrennwänden und 45 m³ Mauerwerkspfeiler und -wände
  • Einbau von 10 Tonnen Stahlträger und -profile
  • Einrüsten von 1200 m² Fassadenfläche
  • Betonieren von 289 m² neue Decken und Unterbeton
  • Putzen von Flächen, davon 1.089 m² mit Kalk-Zement-Putz, 106 m² mit Sanierputz, 588 m² mit Gipsputz
  • Herstellen von 315 m² Gipskarton-Ständerwänden, ca. 1.150 m² Gipskarton-Vorsatzschalen, 866 m² abgehangene Gipskarton-Decken und ca. 437 m² Gipskartonverkleidung von Dachschrägen
  • Einbau von 144 Stück neue Fenster, 6 Stück Außentüren und 53 Stück Innentüren
  • Verlegen von ca. 6.950 m Elektro-, Informations-, Kommunikations- und Sicherheitstechnikleitungen
  • Einbau von 913 m² Anhydritestrich und 290 m² Zementestrich
  • Verlegen von 481 m² textilen Bodenbelägen, 192 m² PVC-Belägen, 255 m² Fliesen- und Natursteinbeläge
  • Tapezieren und Streichen von 4.394 m² Innenwand- und deckenfläche und Streichen von ca. 350 m²Holzfläche außen
  • Anbringen eines Wärmedämmsystems und Verputzen der Außenwände auf 634 m

 

 
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