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Das Öberzeller Lied

Das „Öberzeller“ Lied ist in Zella-Mehlis und Umgebung ein beliebtes Vortragsstück. Es wurde auch in andere Ortschaften und Mundarten übernommen, wobei sowohl die Mundart als auch die Ortsnamen den jeweiligen Gegebenheiten angepaßt wurden.


's wor in der Frühjohrszeit,
wu der Schnea wag woar,
es woar e wonner hüscher Noachmittoag,
ging ich ins Revier,
wollt Hersch un Reahle spür,
un wollt Hörner süch of manchen Schloag

Bin weit römgetappt,
ho gesucht, geglotzt,
es woar de Müh nit wart, wos ich dort fand:
blues e Reahbockshorn,
wu schu die Füchs dru woarn,
henne un der Spetzgeberger Waand.

Haiwarts ging ich durch
dan kalle Luhboachsgroind,
un doa trof ich en, dan ich gut kaant.
In der Waaldmühl,
woar e beiden Lawe,
eener göckt in Ern, dar hatt'n Braand.

Es woarn a Määle doar,
un ku mich ai ze noah,
da pfetzt ich se för lauter Fröd ins Bei.
Prost, ü liewe Leut,
es is ju Sonnab heut,
u vor Mettemoicht ginn me net hai.

Wu ich hai kumm,
schlich ich henne röm,
klopft uuns Kammerfenster nu,
glotz mei All raus,
freacht: War is denn daus?
Sött ich: Lompemainsch, es is dei Muh.

Bein Menschern römgekroche,
die poar Mops versöffe,
Schüh un Strömpf sen aus wie lauter Miest!
Ich ging in die Knie,
hob die Hänn in de Hüe,
zonnt muiss ebbes kumm, doas woar gewieß.

Ich kriecht ai rü, ai nü,
kriecht ai mettenai,
daß ich döcht, mich tröf e kaller Schloag,
un die Schlää, ü Leut,
die vergoß ich niet,
bis un min allerletzte Laawestog.

Sie schnappt mich en Geneck,
broacht mich auf die Brück,
daß ich dächt, mich tritt e Pfäär.
Och ich spur kei Arm, kei Bei,
un ich dächt mich när,
bann ich bluis derhem gebliewe wäär.

 

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