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Geschichts- und Museumsverein

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J. F. Klett


Johann Friedrich Klett

  • geboren 1778 in Zella St. Blasii
  • gestorben 1847 in Nürnberg
  • Gründer der "M.A.N."

Nach 1805
Einrichtung mehrere verschiedener Unternehmen in Nürnberg.

1841
Gründung der "Eisengießerei und Maschinenfabrik Klett und Co." in Nürnberg. Fertigung von Eisenbahnzubehör (in Anlehnung an den im Jahre 1835 erfolgten Bau der ersten deutschen Eisenbahnstrecke von Nürnberg nach Fürth), Dampfmaschinen und andere Industrieausrüstungen.

1847
Nach seinem Tod übernimmt sein Schwiegersohn Theodor Cramer-Klett den Betrieb und gründet daraus die "Maschinenbau-AG Nürnberg".

1898
Zusammenschluß der "Maschinenbau-AG Nürnberg" mit der "Vereinigten Maschinenfabrik Augsburg", und damit Gründung der weltbekannten Firma "Maschinenfabrik Augsburg - Nürnberg", heute besser bekannt unter dem Namen "M.A.N.".
Johann Friedrich Klett wird somit als ein Gründer der "M.A.N." angesehen.

H. Ehrhardt


Heinrich Ehrhardt

  • geboren 1840 in Zella St. Blasii
  • gestorben 1928 in Zella-Mehlis
  • Techniker und Erfinder, Geheimer Baurat, Dr. Ing. h.c.

Werksgründungen:
1878 Maschinenfabrik in Zella St. Blasii
1889 Rheinische Metallwaren- und Maschinenfabrik AG in Düsseldorf (Rheinmetall)
1896 Fahrzeugfabrik Eisenach (heute Opel)
1899 Schießplatz Unterlüß / Lüneburger Heide
1901 Übernahme Dreyse, Sömmerda

Entwickelte und stellte her:

  • Korkenzieher, Nußknacker, Waagen, Geschwindigkeitsmeßeinrichtungen
  • Fräs-, Säge-, Dreh-, Stoß-, Schleif-, Prüf- und Richtmaschinen
  • Laufbohr- und Laufzieh und Laufschmirgelmaschinen
  • verschiedene Walz-, Preß- und Ziehverfahren
  • Fahrräder, Personen und Lastkraftwagen, Eisenbahnzubehör
  • Militärfahrzeuge, Munition, Maschinengewehre, Hinterlade-, Rohrrücklauf- und Schnellfeuergeschütze
  • Inhaber von 128 Patenten (107 zivile; 21 militärische)
  • Nach Benz und Daimler 3. Automobilhersteller in Deutschland

Denkmale in Zella-Mehlis:

  • Geburtshaus, Kleintiegel 36
  • Wohnhaus mit Gedenktafel, Heinrich-Erhardt-Straße 18
  • Grabdenkmal auf dem Historischen Stadtfriedhof Zella
  • Restgelände seiner Fertigungsbereiche im Ortsteil Zella

Sonstiges:

  • Ehrenbürger von Zella-Mehlis und Düsseldorf.
  • In Düsseldorf, Zella-Mehlis und Unterlüß/Lüneburger Heide wurden Straßen nach ihm benannt.
  • Gedenkmedaille von 1990 vom Zella-Mehliser Medailleur Helmut König.
  • Gedenkausstellung in Zella-Mehlis anläßlich seines 150.Geburtstages im Jahre 1990.
  • Ständige Ausstellung im Museum Zella-Mehlis und in der Rheinmetall-Studiensammlung Unterlüß.

A. G. Sterzing


Albert Gotthilf Sterzing

  • geboren 26.02.1822 in Zella St. Blasii
  • gestorben 17.10.1889 in Gotha
  • Gründer des Deutschen Schützenbundes


26.02.1822
geboren in der Waffenstadt Zella St. Blasii (Vater Amtsphysikus Dr.Johann Christian Sterzing in Zella St. Blasii); ein Bruder lernte Büchsenmacher

1834 - 1840
Gymnasium in Gotha, Abschluß Matura

1840 - 1843
Studium der Rechtswissenschaft an der Landesuniversität Jena

1844
erhielt den Königsschmuck der privilegierten Schützengesellschaft Zella St. Blasii

28.03.1844
Mündliche Prüfung ( durchgefallen )

1844
Gesuch auf Beschäftigung am herzoglichen Justizamt in Zella St. Blasii

Februar 1845

nochmals mündliche Prüfung und nach Bestehen Aufnahme in Rechtskandidatenstand

März 1845
Ernennung zum Accessisten (Justizdienst ohne Bezahlung)

02.04.1845 bis 1848
Accessistenstelle am herzoglichen Justizamt Zella St.Blasii

1846
Gesuch auf Bezahlung

1848
Ernennung zum Aktuar ( Gerichtsangestellter )

1848 - 1854
Stellung als Aktuar am herzoglichen Justizamt Liebenstein bei Plaue/Thür.

1850 - 1861
Mitglied des Gothaer-Landtages (als Landbote erwähnt)
Kandidat für den Reichstag ?

01.10.1850
Ernennung zum Amts- und Gerichtsadvokaten

06.10.1850
Heirat mit Emilie Elise Klett in Zella St. Blasii (Tochter des Zellaer Gewehrhändler Ernst Carl Klett aus der Ehe : 3 Söhne und 2 Töchter)

1854 - 1858
Amtskommissär beim Stadtgericht Gotha

1858 - 1859
Kreisgerichtsrat in Gotha

1859
Staatsanwalt

11.07.1861
Gründung des Deutschen Schützenbundes anläßlich des Deutschen Turntages in Gotha nach einem Aufruf von Sterzing

60iger Jahre
Mitglied des Verwaltungsrates der Thüringischen Eisenbahn

1862 - 1889
Anläßlich der Deutschen Schützentage in Frankfurt/Main, Sterzing zum Vorsitzenden des Gesamtausschusses gewählt; später Bundespräsident des Deutschen Schützenbundes

1865

Vorsitzender des Stadtgerichtes Gotha und Ernennung zum Justizrat

1863 - 1875
Mitglied der Stadtverordnetenversammlung Gotha

1872
Preußischer Adler-Orden erhalten und Ehrenzeichen für Nichtcombattenten

1876
Tod seiner Frau Emilie in Gotha

1879
Berufung zum Direktor des Landgerichts Gotha

1880
2.Ehe mit Emilie Koch ( eine Tochter geboren 1880 ) - als Vorsitzender des Gothaer Vereins zur Erbauung eines Krematoriums in Gotha als einer der ersten Deutschen eingeäschert

01.01.1888
Ritterkreuz I.Classe vom Herzogtum Sachsen-Gotha

17.10.1889
gestorben in Gotha

1889
Sterzing-Denkmal in Zella St. Blasii geplant (kam nicht zur Ausführung)

1925
Sterzing-Fenster im Zella-Mehliser Rathaus gestiftet von den Zella-Mehliser Schützen

Mitte der 30iger bis 50iger Jahre
Sterzing-Straße in Zella-Mehlis, heutige Waldfrieden-Straße

29.09.1893
Sterzing-Denkmal in Gotha geweiht

1945
zu DDR-Zeiten Denkmal in Gotha abgebaut

17.07.1991
Wiedererrichtung und Weihe im Garten des Schießhauses in Gotha

J. V. Marr


Johann Valentin Marr

  • geboren 08.02.1696
  • gestorben 03.01.1786
  • Königlich Dänischer Hofbüchsenmacher

1696
Am 8.Februar geboren in Zella St. Blasii.
Lehre in seiner Geburtsstadt.

1727
Beginn einer zweijährigen Tätigkeit bei David Bars in Stockholm.

1730
Aufnahme in das Büchsenmacherhandwerk von Zella St. Blasii

1732
erhält von den Obermeistern der Zellaer Büchsenmacherinnung, vermutlich auf Grund des Mangels an Aufträgen, ein Empfehlungsschreiben für die Kgl. Residenzstadt Kopenhagen.

1733
Erlangung des Bürgerrechts in Kopenhagen und Aufnahme als Meister in die dortige Schmiedezunft.
Im Juni 1733 Hochzeit mit Anna Catharina, der Tochter des ebenfalls in Dänemark lebenden Bochumer Büchsenmachermeisters Johann Georg von Bergen. Im November des Jahres Lieferung eines mit Perlmutt besetzten Pistolenpaares an König Christian VI. von Dänemark. In Folge Arbeiten für viele Fürstenhäuser Europas.

1735
Aus Anlaß einer Taufpatenschaft in Zella St. Blasii als Gewehrhändler erwähnt.

1746

Auftrag für die Erstellung von Probestücken für ein neues dänisches Infantriegewehr (M/1746). Nach dem Erhalt dieses Auftrages werden zwischen 1748 und 1765 38095 Stück dieses Typs hergestellt.

1747

als bester Büchsenmacher von Kopenhagen bezeichnet.

1750
Wiederum als Taufpate in Zella St. Blasii erwähnt, hier als "Kgl. Dänischer Hofbüchsenmacher aus Copenhagen".

1759

König Frederick V. ernennt Marr zum Rüstmeister am Kgl. Zeughaus. Von Kopenhagen aus versteht es Marr immer wieder, nach seiner Geburtsstadt Aufträge zu vermitteln - so z.B. nach dem großen Brand in Zella St. Blasii von 1762.

1765
Beendigung der Erarbeitung des ersten vollständigen Bestandsverzeichnisses der Kgl. Rüstkammer durch Marr.

1775
wird als Kgl. Rüstmeister von seinem Sohn Johann Ludwig Ernst abgelöst.

1786

Am 3. Januar stirbt Johann Valentin Marr in Kopenhagen und wird auf dem dortigen Stadtfriedhof beigesetzt.

C. Walther


Carl Walther

  • geboren 1858 in Zella St. Blasii
  • gestorben 9. Juli 1915 in Zella St. Blasii
  • Büchsenmachermeister und Gründer der gleichnamigen Waffenfabrik

1873
Lehre bei Büchsenmachermeister Willibald Barthelmes mit anschließender Tätigkeit als Büchsenmacher in mehreren Zellaer Waffenbetrieben.

1886
Gründung eines eigenen Betriebes auf dem Zellaer "Katzenbuckel". Fertigung von Scheibengewehren.

1888
Verehelichung mit Minna, der Tochter des bekannten Zellaer "Arminius"-Revolverfabrikanten Friedrich Pickert. Ausbildung seiner Söhne Fritz, Georg, Willy, Erich u. Lothar ebenfalls im Waffenhandwerk und Profilverlagerung seines Betriebes hin zur Fertigung von Faustfeuerwaffen.

1908
Unter maßgeblicher Mitwirkung seines ältesten Sohnes Fritz entsteht die erste 6,35 mm-Walther-Selbstladepistole mit der Bezeichnung "Modell 1". Dieser folgten im Laufe der folgenden Jahre verbesserte Waffen bis hin zum "Modell 9".

1915
Bezug des neu geschaffenen Betriebsgeländes in der Zellaer "Goethestraße" und Entwicklung zu einem der größten Arbeitgeber in Zella-Mehlis.

09.07.15
Tod des Firmengründers Carl Walther. Fortführung des Betriebes durch Fritz, Georg und Erich unter der Bezeichnung "Carl-Walther-Waffenfabrik"

1924
Beginn mit der Fertigung von Rechenmaschinen

1925
Lothar Walther, der jüngste Sohn, gründet seine eigene Firma auf dem "Katzenbuckel"

1929

Fertigung der Walther - PP (Polizeipistole)

1931
Fertigung der Walther - PPK (Polizeipistole/Kriminal)

1938
Fertigung der Wehrmachts-Dienstpistole P 38 Diese Pistolen begründeten die weltweite Bekanntheit der Zella-Mehliser Waffenfirma "Carl Walther"

1945

Am 3.April besetzten amerikanische Streitkräfte Zella-Mehlis. Eine der ersten Fragen der Besatzer war: "Where is Walther?" Der Betrieb wurde genauestens inspiziert und die Unterlagen konfisziert. Als die Übergabe des besetzten Südthüringens an die Russen bevorstand, wurden Industrielle mit ihren Familien in den amerikanischen Sektor Deutschlands - ins Baden - Württembergische Heidenheim "zwangsevakuiert"- unter ihnen auch die Walther-Familien.

1947
Die Fabrikanlagen des Hauptwerkes der Firma "Walther" in Zella-Mehlis wurden gesprengt.

1947
Neubeginn der Rechenmaschinenfertigung in Gerstetten - später auch in Niederstotzingen. Die Firma Lothar Walther fertigt noch heute in Königsbronn.

1950
Neubeginn auch für die Waffenfertigung in Ulm.

1993
"UMAREX" kauft den Großteil der Carl Walther GmbH auf.

F. Helfricht

Ferdinand Helfricht wirkte von 1829 bis zu seinem Tode im Jahre 1892 künstlerisch in Gotha. Er fühlte sich persönlich und arbeitsmäßig so eng mit der herzoglichen Residenzstadt verbunden, dass er sogar lukrative auswärtige Angebote ausschlug. In der „Neuen Münze“ (1828-1838) unterhalb des Schlosses schnitt er als Hofgraveur zahlreiche Münzstempel für die Prägungen des Hauses Sachsen- Coburg und Gotha und führte offizielle, aber auch private Medaillenaufträge aus. Nach 1854 wechselte das Domizil von Helfrichts Arbeitsstätte wiederholt. Von 1855 bis 1868 war das Prägewerk im Innern des Hofes von Schloss Friedenstein in einer an den Westturm angrenzenden Baracke untergebracht, später im sogenannten Magazinhäuschen am Eingang zum Schlosspark.

Besondere Bedeutung erlangte Helfricht mit seinem Medaillenschaffen, dem er sich im Verlaufe seines Wirkens als Stempelschneider zunehmend zuwandte. Seine Medaillen zeichnen sich durch handwerkliches und künstlerisches Können aus. Beeindruckend sind in erster Linie seine ausdrucksstarken Porträts und die bildnerische Originalität der allegorischen Darstellungen. Klassizistische Stiltendenzen werden v. a. bei den Rückseitenbildern spürbar, wobei antike Gottheiten und Personifikationen gehäuft bis in die 50iger Jahre des 19. Jahrhunderts vorkommen.

Neben den Gedenkprägungen auf die Regenten verschiedener Herzoghäuser, schuf Helfricht zahlreiche Personen- und Städtemedaillen, Verdienst- und Preismedaillen. Das Münzkabinett Gotha bewahrt sein Werk in beeindruckendem Umfang auf. Ergänzend zu den Medaillen und Münzen befinden sich noch 250 Stempel, Patritzen, Matritzen und Modelle von Helfricht in der Sammlung.

Auf die zweite Vermählung von Herzog Ernst I. von Sachsen-Coburg und Gotha (1826-1844) mit Prinzessin Maria von Württemberg schuf Helfricht 1832 eine Medaille, die auf der Rückseite zwei stehende weibliche Gottheiten zeigt (Abb.1, 2). Links ist Juno Pronuba mit Schale und Fackel dargestellt, rechts eine weibliche Gottheit, die eine Granatblüte hält. Juno als Urbild der ehrbaren römischen Frau und Familienmutter findet sich häufig auf klassizistischen Medaillen zum Thema Vermählung. Die rechte weibliche Gottheit erinnert an Darstellungen der antiken Spes als göttliche Personifikation der Hoffnung auf Glück.

Die Medaille auf die Vermählung des Erbprinzen Ernst von Sachsen-Coburg und Gotha mit Alexandrine von Baden aus dem Jahre 1842 stellt das Brautpaar in römischer Tracht auf einem von vier Rössern gezogenen Triumphwagen dar (Abb. 3). Die Pferde sprengen dabei paarweise nach links und rechts zur Seite und geben eindrucksvoll den Blick auf die Hauptpersonen frei. Das äußere linke Pferd wird von einem kleinen, geflügelten Liebesgott gehalten, das rechte Pferd bändigt ein Genius, der über der Schulter die für ihn typische Fackel trägt. Die Szene ist göttlich erhoben, wie die Wolke unter den Pferden versinnbildlicht. In antiker Bildtradition stehend, lässt sich Ernst als siegreicher Herrscher und Imperator darstellen.

Am 27. Januar 1869 stiftete Herzog Ernst II. von Sachsen- Coburg und Gotha (1844-1893) als Ehrenauszeichnung für Frauen, die in der Armen- und Krankenpflege besondere Verdienste erworben hatten, die „Medaille für weibliches Verdienst“ (Abb. 4). Diese zeigt auf der Vorderseite das Porträt Alexandrines und wurde von der Herzogin persönlich verliehen. Sowohl die Verdienstmedaille als auch das zugrundeliegende Wachsmodell (Abb. 5) von Helfricht befinden sich heute noch im Münzkabinett Gotha.

Ferdinand Helfricht zählt zweifellos zu den namhaften Medailleuren des 19. Jahrhunderts, wenn auch nicht zu den produktivsten Künstlern seines Metiers. Sein Gesamtwerk umfasst nahezu 200 Medaillen und Münzstempel. Bedeutungsmäßig gebührt ihm ein fester Platz in der Kunstgeschichte neben Zeitgenossen, wie A. Facius (1806-1874), F. W. Kullrich (1821-1887), C. C. Pfeuffer (1801-1861), F. Brehmer (1815-1889), C. F. Voigt (1800-1874).

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