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Heft 4

Der Museumskurier Heft 4 1998


Vorwort der Redaktion


Liebe Museumsfreunde!

Wir können wieder auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Das Projekt unseres zukünftigen neuen Museums in der ehemaligen Beschußanstalt gedeiht prächtig. Davon konnten sich am Tag des offenen Denkmals bei einer Führung die Teilnehmer überzeugen. Wir empfehlen allen unseren Mitgliedern, so sie Gelegenheit finden, sich ein Bild vom Fortgang der Arbeiten zu machen. Unser Mitglied Frank Eiselt ist im Rahmen einer ABM dort mit der Koordination betraut. Er gibt allen Interessenten gerne Auskunft zum Stand der Arbeiten. Wir möchten auch alle unsere Mitglieder bitten für das Projekt zu werben und eventuell Interessenten und Sponsoren gewinnen. Dafür gibt es ab sofort, eigens für die Beschußanstalt, ein Spendenkonto bei der Stadtverwaltung Zella-Mehlis:

Bank: Rhön-Rennsteig-Sparkasse
BLZ: xxxxxxxxxxxxx
Kto.: xxxxxxxxxxxxxx
Zweck: Spende Beschußanstalt VWG 1.038

Auch unser Internetprojekt hat mittlerweile einen ganz schönen Umfang angenommen, davon konnten sich die zur Jahreshauptversammlung im Oktober anwesenden Vereinsmitglieder ein Bild machen. Da die Telekom jetzt mehr Speicher für Internetangebote zur Verfügung stellt, haben wir vor unser Angebot zu erweitern. Darüber werden wir berichten bzw. das Ergebnis auf der nächsten Jahreshauptversammlung vorstellen, damit alle Mitglieder einen Einblick bekommen, da ja nicht jeder die Möglichkeit hat das Internet u nutzen. Mit Blick auf weitere Erfolge wünscht der Vorstand allen Mitgliedern und Museumsfreunden ein frohes Weihnachtsfest und ein gesundes Neues Jahr 1999. Für unsere weiteren "Museumskuriere" wünscht sich die Redaktion viele interessante Beiträge.

Der Vereinsvorstand und die Redaktion

25 Jahre Hirtenbläser Zella-Mehlis

Hirtenbläser
Die Hirtenbläser

Das Heimatmuseum in Zella-Mehlis wurde ab 1961 in dem noch heute bestehenden Haus am Mehliser Markt neu eingerichtet. Es entstand auch eine Abteilung zur Viehhaltung und Hirtenwesen. In dem letzten Jahrzehnt damals ging man von der freien Waldhut zur Koppelweide mit den Rinderherden über. Die bis dahin im Gebirgswald tätigen Rinderhirten (auch Hutmänner) fungierten danach noch als "Weidewärter" und waren zum Teil noch bis 1973/74 beim städtischen "Hirtenfest" zu erleben.

Die damals geblasenen Hirtenrufe (Signale) auf Holz- und Metallhorn haben wir, Werner Ansorg und Claus Amberg, uns gemerkt und bei zunächst örtlichen Anlässen, wie Kinderferienlager u.a. Volksfesten, selbst geblasen. Ebenfalls damals waren die "echten" Rinderhirten Hans Jürgen Schneider und Erich Hanf beim "Hirtenfest" mit ihrem Holz bzw. Metallhorn beim Wettstreit zu erleben. (siehe Ehrenpreise und Pokale im Heimatmuseum)

Claus Amberg war beim 1973er Hirtenfest in der Bewertungs-Jury des Wettblasens dabei und blies als Beweis des Laienkönnens den Zellaer Hirtenruf.

Nach diesem urigen Anfang und zur Bewahrung der kulturellen Tradition des Hirtenwesens (laut Werner Ansorg als "lebendiges Museum") ergab sich entsprechend der steigenden Nachfrage von Kulturveranstaltern die Entwicklung einer kleinen Museumsgruppe. Mit Fuhrmannskittel, Manchesterhose und -jacke, schwarzem Hut und buntem Halstuch, vor allem mit selbstgebauter sogenannter Hirten-"Schalmei" (richtig: Horn) wurden wir bei den ersten Auftritten oft belächelt.

Das Heimatmuseum bzw. der Geschichts und Museumsverein Zella-Mehlis e.V. sind bis heute die Heimstatt der von allen bisherigen Veranstaltungspartnern kurz genannten "Hirtenbläser Zella-Mehlis" geblieben.

Presse, Rundfunk, Fernsehen, Hotels, Veranstalter vieler Art - auch Rentnerheime, Schulen, Krankenhäuser, Kirchen etc. - verpflichteten uns zu Auftritten von Anfang an. Höhepunkte waren und sind u.a. Adlersberg- und andere Bergfeste, Blütenfeste des Rennsteiggartens Oberhof, Stadtfeste in und um Zella-Mehlis. u.a.m. Sogar im östlichen und westlichen Ausland erklangen unsere Hirtenhörner, Birkenblätter, Maultrommeln, Brummtopf, Kuhglocken (Schellen) und andere Klangkörper unserer "Wäldlervorfahren".

Nunmehr bestehen wir "Hirtenbläser Zella-Mehlis", das sind Werner Ansorg, Frank Eiselt, Lothar Schreier, Karl-Heinz Hartmann unter organisatorisch-musikalischer Leitung von und mit Claus Amberg also 25 Jahre und wir hoffen auf weitere gute Resonanz in unserer Bevölkerung und bei Touristen von nah und fern.

Mit einem anpassungsfähigen, bis 1 Stunde dauernden Programm - unterteilt nach "Hirtenalltag" und "Hirtenfreizeit" - machen wir uns und unseren Gästen gerne immer wieder eine Freude und tragen gleichzeitig zur Bewahrung guten Heimatbrauchtums bei. Hiermit nun grüßen wir herzlich alle Leser unseres "Museumskuriers" und wünschen allen ein frohes Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr.

Euere "Hirtenbläser Zella-Mehlis"

Claus Amberg

Erstes Mundartprojekt für Schüler




Daß bei uns "hinter" dem Thüringer Wald, wie zum Beispiel in Zella-Mehlis, Benshausen oder Steinbach-Hallenberg anders gesprochen wird als "vor dem Wald", zum Beispiel in Arnstadt und in Gotha, ist wohl jedem schon bekannt.

Das hat seinen Grund in der Herkunft der Menschen, die vor sehr langer Zeit nach Thüringen kamen. Die Sprache unserer damaligen Vorfahren mischte sich mit der Sprache der neu Hinzugekommenen. So entstanden die unterschiedlichen Mundarten. Die bei uns in Zella-Mehlis gesprochene Mundart nennt man die "Hennebergisch-Fränkische" Mundart.

Bemühungen um die Erhaltung dieser Mundart sind in der heutigen Zeit eigentlich zum Scheitern verurteilt, da diese nicht mehr aktiv, außer von älteren Einwohner, gesprochen und gepflegt wird. Nichts desto trotz wurde die Idee geboren, der heranwachsenden Generation einen kleinen Einblick in die sprachlichen Besonderheiten unserer Heimat zu bieten.

Nach wochenlanger Vorbereitung fand in der Zeit vom 7.Juli - 22.Juli 1998 das erste Mundartprojekt für Schüler der 3. - 6. Klassen aus Zella-Mehlis statt, an dem 25 Klassen mit ca. 550 Schülern begeistert teilnahmen.

An der Planung und Durchführung waren das Fremdenverkehrsamt, das Heimatmuseum und der Geschichts- und Museumsverein beteiligt. Die Koordination lag dabei in den Händen des Fremdenverkehrsamtes (Marietta Schlütter, Jaqueline Langenhan). Seitens des Heimatmuseums und des Vereins wurden die praktische Umsetzung realisiert. Auch die Lehrer des Zella-Mehliser Schulen wurden im der Vorbereitungsphase mit einbezogen, um die Verbindung zum Heimat- und Sachkundeunterricht bzw. in den höheren Klassenstufen zum Deutschunterricht zu gewährleisten.

Von unseren Mitgliedern Claus Amberg und Lothar Schreier wurde eigens zu diesen Projekttagen eine "Mundartfibel" als Arbeitsgrundlage für den theoretischen und praktischen Unterricht erstellt.

Inhaltlich orientiert sich diese Fibel an der Ausstellung des Heimatmuseums und neben dem lustigen Verschen von der "Härtrefra" fand auch eine kleine Liste mundartlicher Begriffe Aufnahme.

Der theoretische Unterricht fand an insgesamt vier tagen (09./10.Juli und 16./ 17.07.Juli) in der Scheune des Bürgerhauses statt. Unsere Mundartexperten Walter Mai und Claus Amberg bereiteten den "Unterricht" vor, die etwas anderen "Schulstunden" waren von anstrengender Vokabelpaukerei weit entfernt. Sie vermittelten in Form von Plauderstunden die für Zella-Mehlis typische hennebergisch-fränkische Mundart. Am besten kam bei den Kindern die "Härtefra" an, die zu Hirtenhorn-Klängen von Claus Amberg gemeinsam gesungen wurde.

Nach dem "Unterricht" im Bürgerhaus ging es dann ins Heimatmuseum, wo die Kinder eine mundartliche Führung mit unserem "Neubäck" erlebten. Wie in der Schule wurden natürlich den Kindern Hausaufgaben aufgegeben. Bis zum 20. August mußten die Kinder zwölf Fragen in Form eines Mundart-Quiz beantworten, bei dem man natürlich auch gewinnen konnte. Die fünf Gewinner wurden dann am 22. August im Rahmen des Schmiedefestes an der "Gesenkschmiede" ermittelt.

Damit aber nicht nur die 5 Hauptgewinner etwas von ihren Mühen hatten, diente ein Abschnitt des Hausaufgabenzettels als Freikarte für einen Museumsbesuch mit der ganzen Familie. Dieses unser erstes Mundartprojekt mit Schülern kann als ein voller Erfolg gewertet werden. Nicht nur wir und die Lehrerschaft sondern auch die Kinder selbst zeigten durch ihr Interesse, daß es allen etwas gebracht hat.

Interessantes zur Beschußanstalt


Im Rahmen der Forschungstätigkeit zur Geschichte des Goldlauterer Bergbaues wurden im Suhler Stadtarchiv zwei Akten zur Preußischen Beschußanstalt Suhl gefunden, welche auch interessantes zur Beschußanstalt in Zella-Mehlis enthalten.

Dabei handelte es sich einmal um ein "Verzeichnis der Hersteller in Suhl sowie auswärtige Hersteller 1927 - 37" (Stadtarchiv Suhl, 2.5/89). Hierin finden sich lediglich zwei für Zella-Mehlis relevante Firmen, die "Rheinische Metallwaren- und Maschinenfabrik Sömmerda" (Ehrhardt) sowie die Fa. Richard Jäger aus Zella, welche den Waffenbeschuß in Suhl durchführen ließen.

Als äußerst interessant und ergiebig zeigte sich der zweite Aktenvorgang "Beschußanstalten Suhl und Zella-Mehlis 1944 - 49" (Stadtarchiv Suhl, 2.5./70). Die zahlreichen Informationen geben unter anderem Aufschluß darüber, welche Umstände dazu geführt haben, daß das Beschußamt in Zella-Mehlis aufgelöst wurde und nur noch das Beschußamt Suhl bis in die heutige Zeit seine Tätigkeit fortsetzen konnte.

Vorausgeschickt sei noch ein kleiner Hinweis. Bei der in diesem Aktenbündel genannten Beschußanstalt handelt es sich nicht um das Gebäude, welches in den kommenden Jahren als neues Domizil für das Heimatmuseum Zella-Mehlis dienen soll. Der Leser der anläßlich des 100. Jubiläums der Zella-Mehliser Beschußanstalt herausgegebenen Broschüre weiß, daß Ende der 30'er bis Anfang der 40'er Jahre ein neues Beschußanstaltsgebäude in der Dörrnbachstraße errichtet wurde, zuletzt Sitz der "Central-Möbel GmbH", und in der alten Beschußanstalt eine Metallverarbeitungsfirma, bis zur Wende der damalige "VEB Spannzeuge", ihre Produktionsräume hatte. Die folgenden Ausführungen beziehen sich nur auf das Gebäude in der Dörrnbachstarße.

Gegen Ende des Krieges wird der zunehmende Druck auf die deutsche Zivilbevölkerung auch in Zella-Mehlis deutlich. Zahlreiche Familien aus anderen Teilen Deutschlands, vor allem Bombengeschädigte, müssen in unserer Stadt untergebracht werden. Da der Wohnraum wahrscheinlich zunehmend knapp wurde, mußten auch in den Räumen der Beschußanstalt Zimmer hierfür zur Verfügung gestellt werden.

So wurde ein Raum mit 34 m² Wohnfläche an eine Familie Wentz vermietet. Seit wann diese Familie dort wohnt und wo sie herkommt geht aus den Akten leider nicht hervor, es ist nur vermerkt, daß die Tochter seit dem 22. Oktober 1944 hier beschäftigt ist. Der Vater arbeitet bei der Fa. Walther und die Mutter soll im Notfall ebenfalls in der Beschußanstalt beschäftigt werden. Weiterhin hat noch der Hausmeister Lothar Weiß seine Wohnung in der Anstalt welche er allerdings seit Dezember 1943 nicht mehr benutzt, da er im Walther-Werk in Hamburg-Neuengamme tätig ist und beabsichtigt sich dort Wohnraum zu schaffen.

Mit dem Einmarsch der Amerikaner im April 1945 stellt die Beschußanstalt den Betrieb ein, sämtliche Wohnungen werden geräumt und in dem Gebäude die Kommandantur eingerichtet, welche ab Juli 1945 von der russischen Kommandanten beschlagnahmt wird und ebenfalls zunächst als Dienstgebäude für die Kommandantur dient. Nach den Berichten von Zeitzeugen gab es noch mehrere Häuser in Zella-Mehlis welche als Kommandantur dienten. In den vorliegenden Akten wird ausschließlich die Beschußanstalt genannt. Möglicherweise hat sich wohl hier und da ein Kompaniechef unter der Bezeichnung eingenistet und seine "Kommandantur" eingerichtet. Es ist aber anzunehmen, daß die großen Räume, ebenso wie Turnhallen und Schulen zur Unterbringung der Mannschaften dienten, nicht aber als offizielles Dienstgebäude. Denn was wäre besser geeignet als das Rathaus um eine solche Dienststelle einzurichten.

Der Direktor der Zella-Mehliser Beschußanstalt, Herr Paul Weiß, ist jetzt auch kommissarischer Leiter der Suhler Beschußanstalt, da der Suhler Direktor als ehemals aktives Mitglied der NSDAP beurlaubt ist. Es gibt auch erste Überlegungen, wie sich die Zukunft beider Einrichtungen gestalten soll, dabei wird dem Gebäude in Zella-Mehlis der Vorzug gegeben, da es erst kurz vor Kriegsbeginn eigens für diesen Zweck gebaut und eingerichtet wurde. Hinzu kommt noch, daß das Gebäude der Suhler Anstalt in Folge der Kriegseinwirkungen (Artilleriebeschuß) stark beschädigt ist. Allerdings, so wurde eingeschätzt, ist das Gebäude in Zella-Mehlis für den zu erwartenden Beschußbetrieb viel zu groß, so daß die Vermietung von Wohn- und Gewerberaum in Betracht gezogen wurde.

Sofort gab es einheimische Firmen, welche von den Plänen irgendwie erfahren haben oder nur einfach einen guten "Riecher" hatten. Dies bezeugt ein Schreiben der "Fa. Rudolf Kerner / Metallwarenfabrik / Suhl i. Thür." an den Direktor Weiß vom 16. August 1945. Er schreibt, daß wegen der vorliegenden vielen Aufträge eine Erweiterung seiner Firma möglich wäre und damit weitere Menschen eine Arbeit finden könnten. Dabei bewirbt er sich um den Kauf der Gebäude der Suhler Beschußanstalt, die nach seiner Beobachtung und Einschätzung auch in Zukunft brach liegen würden, zumal sich das moderne Zella-Mehliser Gebäude viel besser eignen würde. Abschließend bittet er darum seinen Kaufantrag an die Regierung weiter zu leiten und zu unterstützen. Hierzu sei noch angemerkt, daß die Fa. Kerner schon einige Zeit zuvor einige Räume dort für die Produktion gemietet hatte. Ein Verkauf kommt in der folgenden Zeit und später nicht zustande, da sich die Dinge anders entwickeln als zunächst angenommen.

Zunächst wird der Beschußbetrieb so gut es geht in der Suhler Beschußanstalt für beide Orte durchgeführt solange das Gebäude in Zella-Mehlis von den "Russen" belegt ist. Im Gegensatz zur Suhler Institution, wo noch die gesamte Beschußeinrichtung unversehrt vorhanden ist, haben die "Russen" in Zella-Mehlis das Inventar vollständig zerschlagen und unbrauchbar gemacht. Außerdem hat die Zella-Mehliser Stadtverwaltung die Gebäude nach Auszug der "Russen" unter Sequester genommen, d.h. praktisch enteignet. Dieser Umstand wird in einem Schreiben des Landesamtes für Finanzen an das Staatshochbauamt, vom 11. September 1946, als zu Unrecht erfolgt festgestellt. Zudem erfahren wir aus einem Schreiben vom Thüringischen Nebeneichamt Ende November 1946, daß einige Räume schon von der Stadt Zella-Mehlis an die Firma Otto Mees aus Erfurt vermietet wurden.

In den folgenden Jahren kommt es zu intensiven Verhandlungen und Korrespondenzen über die weitere Verfahrensweise an denen folgende Institutionen beteiligt sind: Landesamt für Finanzen, Landesamt für Wirtschaft, Eichdirektion Thüringen, Staatshochbauamt Schmalkalden, Beschußamt Zella-Mehlis und die Stadtverwaltung Zella-Mehlis. Unter anderem geht es um die Rechtmäßigkeit der Sequestierung durch die Stadt Zella-Mehlis. Weiter werden damit auch die Mietverträge zwischen der Stadt und der Firma Mees angefochten. Interessant ist dabei der Umstand, daß der Bürgermeister mit der Firma Mees am gleichen Tag zwei Mietverträge über dieselbe Sache mit unterschiedlichem Inhalt und zweierlei Miete, abgeschlossen hat. Aus den Verhandlungen geht auch hervor, das in der Firma Mees im November 1946 ca. 120 Personen in zwei Schichten arbeiten. Zu dieser Zeit stellt der Betrieb Holzabsätze (ca. 1 Million Paar pro Monat) her und hat vor in nächster Zeit die Produktion von Holzspanplatten zu beginnen. Staatlicherseits werden Kompromisse vorgeschlagen, dergestalt, daß beide, die Fa. Mees und das Beschußamt in einem Gebäude arbeiten könnten, zumal keine größeren Mengen an Waffen mehr hergestellt würden.

Am 14. November finden mehrere Besprechungen und Begehungen zur Lösung der Querelen um die Beschußanstalt statt. Verhandlungsorte sind das Rathaus in Zella-Mehlis, das Beschußamt in der Dörrnbachstraße und die Beschußanstalt Suhl. Teilnehmer sind Oberregierungsrat und Eichrat Kientsch aus Ilmenau, Regierungsbaurat Eicke vom Weimarer Ministerium, Regierungsbaurat Ehrhardt vom Staatshochbauamt in Schmalkalden, Bürgermeister Böhme und Beschußdirektor Weiß, beide Zella-Mehlis, Herr Mees und sein technischer Leiter Herr Fischer. In diesen Beratungen werden die jeweiligen Bedürfnisse und Verhältnisse der Verhandlungsparteien zur Sprache gebracht, auch fehlt es nicht an geeigneten Kompromißlösungen. Auf Grund der politischen und wirtschaftlichen Situation sitzen die Stadt Zella-Mehlis und die Fa. Mees offensichtlich am längeren Hebel. Trotz aller Versuche sind die Verhandlungen zum Scheitern verurteilt, mit dem Ergebnis, das die Beschußanstalt in Suhl letztlich bestehen bleibt und die Zella-Mehliser als Fabrikgebäude genutzt wird.

Lothar Schreier
Rodebachstraße 25
98544 Zella-Mehlis

Terminvorschau 1999


16.01.
Jahresfeier des Vereins in der AWP ("Zimmermannsvilla" in der Lämmermannstraße)

20.02.
Spinnstubenabend in der Scheune des Bürgerhauses

März
Geländebegehung zur Auffindung alter Bergbauanlagen

30.04.
Walpurgisnacht rund ums Bürgerhaus

Mai
Wanderung entlang der Grenzen von Zella-Mehlis (Teil 2) vom Rondell zum Wilhelmstal

28.08.
Sommer- und Familienfest des Vereins

10.-12.09.
Stadtfest Zella-Mehlis (10. Ruppertusmarkt, 80 Jahre Vereinigung von Zella St. Blasii und Mehlis)

6.10.
Jahreshauptversammlung und Vorstandswahl

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